vom Mietanbot zurücktreten

Kannst du vom Mietanbot zurücktreten?

Manchmal passiert es zu schnell: Wir unterschreiben ein Mietanbot, weil wir die gerade besichtigte Wohnung unbedingt haben wollen. Aber am nächsten Tag sieht die Welt ganz anders aus,  wir bereuen es und wollen vom Mietanbot zurücktreten. Wie das möglich ist, erfährst du hier.

Ab und zu kann es sein, dass du richtig Glück hast – und der Makler die Wohnung jemand anderem gibt. Aber sich darauf verlassen? Lieber nicht! Im schlimmsten Fall steckst du nämlich drin und es gibt kein Entkommen. Dann bleibt dir nur noch die Wahl, ob du die doch nicht so perfekte Wohnung nimmst, oder dem Makler seinen finanziellen Schaden ersetzt.

Du kannst vom Mietanbot zurücktreten, wenn …

Die gute Nachricht: Unter bestimmten Umständen kannst du vom Mietanbot zurücktreten. Im Normalfall gilt eine einwöchige Rücktrittsfrist. Und zwar dann, wenn du

  1. dich der Makler über dein Rücktrittsrecht informiert hat und
  2. du eine Kopie des Mietanbots bekommen hast.

Sollte der Makler die Sache etwas lockerer sehen und dich NICHT über das Rücktrittsrecht aufgeklärt haben, bleiben dir sogar 30 Tage. In dieser Zeit kannst du vom Mietanbot zurücktreten – und das sogar kostenfrei! Der Wermutstropfen: Im Zweifel musst du beweisen, dass der Makler seiner Informationspflicht nicht nachgekommen ist. Ohne Zeugen könnte das schwierig werden.

Tipp: Du willst vom Mietanbot zurücktreten? Dann unbedingt schriftlich und eingeschrieben!

Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Das Mietanbot ist bindend – aber nur für den potenziellen Mieter. Der Vermieter muss sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht festlegen. Deshalb ist es immer sinnvoll, wenn du dein Interesse schriftlich befristest – also einen Endzeitpunkt dazuschreibst, bis wann dein Anbot gültig ist. Sonst kann es passieren, dass du ein paar Wochen später bereits einen anderen Mietvertrag unterschrieben hast und plötzlich der erste Vermieter zusagt – und dann hast du wirklich ein Problem.

Eine weitere Möglichkeit ist, das Mietanbot mit Vorbehalt zu unterschreiben. Du kannst ruhig detailliert dazuschreiben, was passieren muss, damit das Anbot von deiner Seite aus gilt.

Was muss alles im Mietanbot stehen?

Im Mietanbot müssen mindestens das Objekt, die Adresse, die Namen beider Vertragsparteien (also deiner und der des Vermieters), die Art der Miete (Haupt- oder Untermiete), die Mietdauer und der Mietzins (aufgeschlüsselt nach Miete, Betriebskosten, Umsatzsteuer) stehen.

In einem seriösen Angebot darfst du aber mehr erwarten. Unter anderem Themen wie Kaution, Gartenmitbenutzung, Kellerabtei, Haustierhaltung, das Recht auf Weitergabe oder Untervermietung usw.

Am besten schon bei der Besichtigung nachfragen

Wer bei der Besichtigung wie ein schüchternes Mäuschen auftritt, hat wahrscheinlich die schlechteren Karten. Vor allem, wenn du an ein besonders hartnäckiges Exemplar der Gattung Immobilienmakler gerätst.

Deshalb ist es umso wichtiger, genau nachzufragen – und im Zweifel die Finger von der Wohnung zu lassen. Wenn du dich bedrängt fühlst, dich der Makler zum schnellen Unterschreiben drängen will oder dir erzählt, wie viele andere Interessenten es schon für genau diese Wohnung gibt, dann hör besser auf dein Bauchgefühl.

Du brauchst mehr Hilfe? In unserem Serviceportal findest du die richtigen Ansprechpartner!

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