Dein Mieter zahlt nicht? Das kannst du tun

Der Mieter zahlt nicht? Das kannst du tun

Der Mieter zahlt nicht, pocht auf Mietzinsminderung, weil es zu laut ist ? Hier erfährst du, was du als Vermieter tun kannst.

Mietschulden und Mietzahlungsrückstände sind wohl einer der weitverbreitetsten Gründe, warum es zu Diskussionen zwischen Mieter und Vermieter kommt. Aber welche Rechte hast du als Vermieter, wenn dein Mieter mit Zahlungen im Rückstand ist?

Schritt 1: Versuche es zuerst mit dem persönlichen Gespräch. Sogar wenn die Fronten verhärtet sind, kann das Wunder wirken und die Sache klären.

Schritt 2: Wenn sich auch nach dem Gespräch nichts ändert und der Mieter nicht zahlt, kannst du eine Mahnklage einreichen.

Schritt 3: Der letzte Schritt ist die Räumungsklage.

Tipp: In unserem Servicepartner-Netzwerk findest du Anwälte, die auf Mietrecht spezialisiert sind und dich bei einem Rechtsstreit professionell unterstützen.

Streitigkeiten um die Höhe der Miete: Das sind die häufigsten Ursachen

Ursache Nummer 1 – Lage und Höhe der Miete

Du bist der Meinung, dass deine Immobilie in einer guten Lage ist und du durchaus eine Mieterhöhung verlangen könntest? Wenn der Mieter die Mieterhöhung verweigert, oder einfach nicht darauf reagiert, bleibt der alte Mietzins vorerst bestehen. Eine Kündigung deines Mieters steht dir übrigens als Vermieter hier nicht zu. Es bleib der Weg vor Gericht. Du kannst eine Klage vor Gericht in streitigen Verfahren einreichen.

Ursache Nummer 2: Das Problem mit dem Schimmel

Es gibt viele verschiedene Ursachen für Schimmelbildung. Das Spektrum reicht von der mangelnden Wärmedämmung zur schlechten Bauausführung über defekte Wasser- oder Heizkreislaufleitung oder Schäden am Dach, einem akuten Wasserschaden durch die kaputte Waschmaschine, aus der literweise Wasser geflossen. Bei allen Ursachen ist allerdings das Problem dasselbe. Die vorhandene Feuchtigkeit kann nicht vollständig aus der Wohnung entfernt werden. Sie legt sich an den kältesten Stellen in der Wohnung fest, kondensiert dort und bietet damit den Nährboden für Schimmelpilz.

Zuallererst ist ein oberflächlicher Schimmel vom Mieter zu beseitigen, wenn er nicht durch die Bausubstanz verursacht wurde. Der Mieter verpflichtet sich laut Mietvertrag, den Mietgegenstand sorgsam zu behandeln. Dazu gehört auch, dass er darauf achten muss, dass sich in der Wohnung kein Schimmel bildet (was eigentlich ganz einfach ist, solange regelmäßig gelüftet und richtig geheizt wird).

Aber dann gibt es auch noch den Schimmel, der durch schlechte Bausubstanz verursacht wird. Zum Beispiel durch aufsteigende Feuchtigkeit, Rissen in der Fassade, undichte Rohre in den Wänden. Andere Ursachen sind sogenannte Wärmebrücken, also Stellen, an denen die Wärme relativ ungebremst entweichen kann. In solchen Fällen kann der Mieter natürlich nicht mehr viel tun, er sollte also unbedingt sofort den Vermieter informieren.

Du als Vermieter hast das Recht, die Wohnung zu betreten, um die persönlich ein Bild von der Sache zu machen. Am besten, du nimmst gleich einen technischen Sachverständigen mit, der die Ursache des Schimmels aufspüren kann. Wenn du keinen kennst, wirf am besten gleich einen Blick in unser Serviceportal.

Wenn Klarheit über die Ursache herrscht und wenn sie nicht in der Bausubstanz liegt, hast du als Vermieter das Recht, deinen Mieter darauf hinzuweisen, dass er eine mietvertragliche Pflicht verletzt hat. Für alle weiteren Schritte empfehlen wir dir, dich von einem auf Mietrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen.

Ursache Nummer 3: Der Mieter zahlt nicht wegen Lärmbelästigung

Lärm gehört zu den häufigsten Streitthemen. Beschweren sich andere Mieter, dass ein Mieter angeblich zu laut ist, dann sprich am besten persönlich mit dem Verursacher des Lärms und verweise auf die Hausordnung. Denn du bist als Vermieter verpflichtet, dass deine Mieter nicht durch Dritte gestört werden.

Der Mieter zahlt nicht und ihr findet keine Lösung

Manchmal sind die Fronten zwischen Vermieter und Mieter so verhärtet, dass einfach keine Lösung mehr möglich ist. Dann endet die Sache meist vor Gericht. Diese Möglichkeiten gibt es:

Streitiges Verfahren vor Gericht: Allgemein kann man sagen, dass Streitigkeiten, denen das Zivilrecht zugrunde liegt, grundsätzlich vor Gericht landen. Dazu gehören unter anderem Räumungs- und Besitzstörungsklagen. Der erste Weg führt zum zuständigen Bezirksgericht. Was du nicht unterschätzen darfst, sind die Kosten, die bei so einem Verfahren entstehen. Sie berechnen sich nach einer Pauschale, die im Gerichtsgebührengesetz festgeschrieben ist. Zusätzlich hängen sie auch vom Streitwert ab.

Außergerichtliches Verfahren: Oft werden Fälle, denen das Mietrechtsgesetz zugrunde liegt, in einem außergerichtlichen Verfahren geklärt. Dazu gehören Themen wie zum Beispiel Mieterhöhung, Streitigkeiten zur Kautionsrückgabe oder wenn Erhaltungsarbeiten nicht durchgeführt werden. Hier gibt es in größeren Gemeinden wie unter anderem in Wien, St. Pölten, Innsbruck, Graz, Klagenfurt, Leoben, Linz, Mürzzuschlag, Neunkirchen, Stockerau und Salzburg eine sogenannte Schlichtungsstelle. Hat deine Gemeinde keine Schlichtungsstelle, musst du deine Ansprüche beim zuständigen Bezirksgericht einklagen.

Hinweis: Viele Mieterschutzverbände unterstützen dich nur, wenn es eine zuständige Schlichtungsstelle gibt, aber nicht bei einer Klage. Deshalb empfehlen wir dir dringend, dich rechtzeitig beraten zu lassen. Unser Servicepartnernetzwerk hilft dir, einen Anwalt in deiner Nähe zu finden!

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